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Interferenzstromtherapie

Seit vielen Jahrzehnten werden die positiven Wirkungen des therapeutisch eingesetzten elektrischen Stroms nachgewiesen und verfeinert. Durch moderne Techniken werden jetzt auch Therapieformen für den ambulanten Einsatz, z.B. in der häuslichen Umgebung erschlossen, die bisher nur großen, nicht transportablen Klinikgeräten vorbehalten waren. Der mittelfrequente Interferenzstrom wird überwiegend dort eingesetzt, wo die klassische TENS-Therapie nicht ausreichend wirksam oder gar kontraindiziert ist. Der mittelfrequente Interferenzstrom kann tiefere Gewebsschichten erreichen und somit zusätzlich zur Schmerzlinderung den Stoffwechsel im Behandlungsgebiet positiv beeinflussen.

 

Indikationen

  • Spezielle Schmerzbehandlung, wenn die TENSBehandlung nicht erfolgreich war
  • Ödem-/Ergussresorption,
  • Behandlung von Gelenkkontrakturen
  • Behandlung von Frakturen
  • Behandlung von Erkrankungen mit
  • Beeinträchtigungen motorischer Funktionen
  • Schwellungen und Schmerzen nach z.B. Hüft-/ oder Knieprothesenimplantation
  • Schmerztherapie im Bereich von Metallimplantaten
  • Morbus Sudeck mit z.B. Handschuhelektrode
  • Carpal Tunnel-Syndrom
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Polyneuropathien mit z.B. Sockenelektrode

Relative Kontraindikationen

Therapie nur unter besonders Sorgfältiger Kontrolle!

  • Abgegrenzte, gutartige Tumore
  • Ostheosynthesen
  • Sensibilitätsstörungen
  • Ekzeme oder offene Hautstellen
  • Schwangerschaft
  • Verbrennungen
  • Thrombose

Absolute Kontraindikationen

  • Hämophilie
  • Nach Analgetikagabe
  • Schwere Arteriosklerose
  • Thrombophlebitis
  • Akute, fieberhafte Krankheitsprozesse
  • Lymphangitis

Technische Daten

Merkmal Daten
Leistung 0 - 33 V
Intensität 0 - 66 mA
Frequenz 4000 Hz Grundfrequenz

4001 - 4150 Hz, regelbar
Differenzfrequenz 1 - 150 Impulse pro Sekunde, regelbar
Impulsform symmetrisch, biphasisch, Sinus
Interferenzstrom

Behandlung:

Einkanalig: mit z.B. Handschuhelektrode und Gegenelektrode

Mehrkanalig: mit überkreuzten Klebeelektroden

Betriebsart: mit Festfrequenz oder Modulation

Dauer: 20 – 40 Minuten, mehrmals täglich

Für eine Vielzahl von Therapien, z.B. die Mittelfrequenz-Therapie, sind Sonderformen von Elektroden sinnvoll, um einen guten Therapieerfolg zu erreichen.

Um den Therapiestrom über eine möglichst große Einwirkfläche zu applizieren, wurden leitfähige Textilelektroden entwickelt. Die Stromdichte ist gerade in kritischen Regionen wie Hand oder Fuß gering zu halten, um ungewollte Anspannungen oder Verkrampfungen aufgrund punktueller und damit deutlich spürbarer Stimulation zu vermeiden.

Bei Verwendung der leitfähigen Textilelektroden ist die Therapie sinnvollerweise im Einkanal-Modus durchzuführen. Dabei werden die Wirkungen des modulierten Wechselstroms genutzt.

Für die Therapie ist noch eine Gegenelektrode zu applizieren, die je nach gewünschtem Effekt auch an einer entfernten, korrespondierenden Körperstelle positioniert werden kann (Oberarm oder Oberschenkel).

Handschuhelektrode:

Ideal zur Behandlung von Carpal Tunnel-Syndrom, Morbus Sudeck, rheumatische Erkrankungen Arthritis, etc.

Sockenelektrode:

Stimuliert den gesamten Fuß und regt den Stoffwechsel an.

Ideal zur Behandlung von diabetisch begründeten Fußschmerzen, Polyneuropathie, Frakturen, Verstauchungen etc.

Ellenbogen- und Knieelektrode:

Sie können für alle Indikationen genutzt werden, bei denen im Gelenkbereich eine große Einwirkfläche notwendig ist.