Neuromonitoring auf ITS - FAQs

Warum ist eine kontinuierliche EEG-Überwachung notwendig?

Das bisherige Bild auf den Intensivstationen ist geprägt durch permanentes Vitaldaten-Monitoring (Herz-Kreislauf-Atmung). In den seltensten Fällen wird auch ein EEG für ein kontinuierliches Monitoring herangezogen. Informationen über das Gehirn werden überwiegend über CT-Aufnahmen oder bei diagnostischen Fragestellungen über SEP-Ableitungen gewonnen. Dies setzt aber einen präzisen Anfangsverdacht oder klare klinische Zeichen voraus. In den Fällen ohne klinische Anzeichen, wird eine neurologische Problemstellung gar nicht in Betracht gezogen. So kann z.B. ein non-konvulsiver Status epilepticus untherapiert bleiben, mit massiven Folgeproblemen für den Patienten bzw. für die Kostensituation in der Klinik.

Bisher hat sich in Ermangelung geeigneter, praktikabler Systeme eine kontinuierliche EEG-Überwachung nur auf wenige Spezialanwendungen beschränkt. Auch kann beim Einsatz von 16/32-Kanal-EEG-Systemen nicht von kontinuierlichen EEG gesprochen werden, da die Aufnahmedauer meist unter einer Stunde liegt. Die Wahrscheinlichkeit, eine „Auffälligkeit“ zu erwischen ist eher gering und die Information darüber oft viele Stunden verzögert, da die Daten zunächst erst ausgewertet werden müssen.

Kontinuierliches EEG-Monitoring ermöglicht die Detektion von abnormen, generalisierten Veränderungen, gerade wenn klinische Zeichen fehlen. Es wird eine rechtzeitige Diagnose und Therapie möglich.